| <prev< 2.2.2. EP: Variable Einstellung Wellenkritischer Parameter mittels Strömungsklappe (Flap) |
| >next> 3.0. Conclusio / Empfehlung |
2.2.3. EP: Variable Einstellung weiterer Wellenkritischer Parameter
|
* Justierung weiterer Parameter zur Feinabstimmung der Geometrie an die gegebenen hydraulischen Verhältnisse und umgekehrt.
* Absperrmöglichkeit am Einlauf zur iterativen Optimierung und Wartung der Anlage
EP II.) Abflusswehr anschließend an das Nachbecken
Der Wasserstand im Nachbecken in Relation zur Höhe der Absturzkante beziehungsweise des Deflektors stellt einen kritischen Parameter dar. Insofern wäre es eine durchaus überlegenswerte Option, den Wasserstand im Nachbecken in einem Arbeitsbereich von einigen Dezimetern einstellen zu können. Aufgrund der Gegebenheiten, insbesondere Hochwassergefährdung und baulicher Aufwand, ist eine diesbezügliche Installation an der Sillmündung jedoch wenig praktikabel. Daher hierzu keine weiteren Gedanken.
EP III.) Einbau einer einstellbaren Sohlschwelle im Nachbecken
Die Wellenausbildung im Nachbecken lässt sich unter Umständen durch eine Sohlschwelle unterstützen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um einen in der Sohle des Nachbeckens unter oder kurz vor dem Wellenmaximum dauerhaft fixierten Querbalken oder auch um eine variable Konstruktion. Die Strömung wird durch die Schwelle zusätzlich nach oben abgelenkt.
Problematisch sind hierbei Sedimentablagerungen vor der Sohlschwelle, insbesondere die Frage der Räumung, sowie die Gefahr der Zerstörung des Balkens bei Hochwasser durch Schiebegut.
Andererseits kann das Einbringen temporärer Balken, vgl. Eisbach, durchaus sinnvoll sein. Ein absperrbarer Rampeneinlauf wäre hierzu durchaus hilfreich.
Eine aufwendige und unerprobte variable Schwellenkonstruktion in Form eines mit Wasser befüllbaren „Schlauchs“ oder mittels Ölhydraulik verstellbarer Elemente erscheint auch aufgrund der Zerstörungskraft von Schiebegut, der fraglichen Dauerfestigkeit und der erschwerten Wartung eher riskant. Dennoch mögen zu diesen Problematiken einfache, geniale Lösungen existieren.
EP IV.) Regulierung der Wasserzufuhr
Ein Zufluss ohne temporäre Absperrmöglichkeit wirkt sich auf Wartungs- und Optimierungsarbeiten an verstellbaren Einbauten überaus nachteilig aus.
Das Fehlen einer Absperrmöglichkeit ist für einen iterativen Optimierungsprozess von Gewässergeometrie und Einbauten beziehungsweise für Versuchsreihen überaus hinderlich.
Während Almkanal und Eisbach jährlich zur Reinigung beziehungsweise Renovierung trockengelegt werden („Auskehr“), ist bei der Sillwelle derzeit ein meines Erachtens unverhältnismäßig großer Aufwand erforderlich: Absperrung mittels wassergefüllter Absperrwurst („HydroBaffle“), dazu Kranwagen, Hilfestellung durch die Feuerwehr sowie Hinterfüllung mit Erde und Sandsäcken. Dies ist hochwasserkritisch. Ein iteratives Optimieren vor Ort ist somit derzeit de facto unmöglich. Bleibt es dabei, muss in Zukunft auf eine im Vorfeld perfekte Planung und Ausführung absolut Verlass sein. Angesichts der bisherigen Erfahrungen wird dieses Risiko meines Erachtens für die Stadtpolitik nicht tragbar sein.
Vorbilder, um das Wasser der Surframpe ohne besonderen Aufwand in die Fischtreppe, also in den orographisch linken Flusskanal, umzuleiten, können zum Beispiel in bewährten traditionellen Verfahren des Wehrbaus gefunden werden: So wurde das Wasser der Traun stellenweise mittels Reihen vertikaler Steckelemente, damals aus Holz, nach Bedarf reguliert (Wehre Bad Ischl, Steeg). Dieses Modell ließe sich auf die Sill übertragen. Bei Hochwasser werden die Steckelemente überspült oder im Extremfall weggespült. Letzteres stellt kein Problem dar, da es sich um einfache Holzlatten handelt. Diese Variante eignet sich besonders für breitere, jedoch seichte Gewässer, wie es die Sill in diesem Abschnitt ist.
Vorteil dieser Bauform ist, dass sie von Personen vor Ort ohne besonderen logistischen Aufwand jederzeit von Hand, bei Niedrigwasser, auf- und abgebaut werden könnte.
![]() |
| Abb. *: Klause Steeg mit vertikalen Steckelementen bei niedrigem Wasserstand. Da die Steckelemente ein schmales Profil aufweisen, lassen sie sich mit verhältnismäßig geringem Kraftaufwand in der Strömung setzen beziehungsweise entfernen. Vor die Steckelemente gelegte Bretter können somit als Wehr wirken. (Bild: ARF) |
Weitere Bauformen sind möglich, zum Beispiel per LKW-Kran einsetzbare horizontale Wehrbalken, welche über die gesamte Breite des Rampeneinlasses reichen und dort beidseitig am Ufer in vertikale U-Profile eingeschoben werden.
![]() |
| Abb. *: Führungsschlitze für Absperrbalken an der Welle München II, etwa 8–10 m breit. Die Anlage Sillwelle verfügt derzeit über keine adäquate Absperrmöglichkeit, womit Wartungs- und Justierungsarbeiten nur erschwert möglich wären. |


